Veränderung der Honigkennzeichnung beschlossen !

Liebe Imker/innen,

die aktuellen Entwicklungen bei der Agro-Gentechnik veranlassen mich Ihnen
zu schreiben.
Gestern hat das EU-Parlament eine Veränderung der Honigkennzeichnung
beschlossen die das von uns erstrittene sogenannte Honigurteil des
Europäischen Gerichtshofes aushebeln soll. Aber Deutschland kann trotzdem
einen eigenen Weg bei der Gentechnik gehen.
Und um das zu erreichen ist breiter Druck auf den neuen
Landwirtschaftsminister Friedrich nötig. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit
muss Deutschland nicht nur über die Honigkennzeichnung, sondern auch über
die Zulassung des GVO Mais Pionier1507 entscheiden. Eine Zulassung wäre ein
Dammbruch. Der Mais sondert gegenüber dem Mais MON810 ein vielfaches an
BT-Toxin in die Umwelt ab. Und wegen unzureichend geklärter Risiken des
BT-Toxin für Umwelt und Verbraucher wurde das Inverkehrbringen von MON810
von Friedrichs Vorgängerin Ministerin Aigner verboten. Also erwarten wir
auch von Minister Friedrich den neuen Mais möglichst schon auf EU-Ebene zu
verhindern und wenn das nicht möglich wird, in Deutschland zu verbieten. Er
kann dafür sorgen, dass Deutschland gentechnikfrei bleibt.

Bitte machen Sie deshalb bei folgender Aktion mit und informieren sich
unten über die Änderung der Honigverordnung.
Mit besten Grüßen
Thomas Radetzkistop-the-crop

Stoppt den GVO Mais 1507 von Pioneer:
http://www.stopthecrop.org/de/haltet-unsere-felder-frei-vom-gentechnik-mais

Unsere Pressemitteilung, die auch als Infoblatt ausgelegt werden kann,
finden Sie unter:
http://www.bienen-gentechnik.de/gen/gen.news/news.gen.67/index.html

EU will Gentechnik im Honig verbergen

Das EU-Parlament hat am 15. Januar einer von der Kommission vorgeschlagenen
Änderung der Honigrichtlinie zugestimmt. Das könnte zur Folge haben, dass
Verbraucher in Zukunft nicht mehr erfahren, ob Honig Pollen oder Nektar von
gentechnisch veränderten Pflanzen enthält. Der Beschluss erfolgte gegen das
Votum des EU Ausschusses für Umwelt- und Lebensmittelsicherheit und trotz
der Proteste der europäischen und deutschen Imkerverbände.

„Die Revision der Honigrichtlinie stellt sicher, dass der Honig endlich aus
der Gentechnik-Diskussion herausgehalten werden kann“, so Herbert Reul
MdEP, Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament in einem
Schreiben an Thomas Radetzki, Vorstand des ökologischen Imkerverbandes
Mellifera, der den Beschluss anders bewertet: „Diese Entscheidung dient der
Gentechniklobby, nimmt Verbrauchern die Wahlfreiheit beim Einkauf von Honig
und will die Imker im Kampf gegen die Gentechnik wehrlos machen.“ Der
Europäische Gerichtshof hatte die Rechte der Verbraucher und Imker in
dieser Frage im September 2011 grundlegend gestärkt.

„Die ganze Regulierung von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) in
Europa basiert auf der Feststellung, dass sie nicht natürlichen Ursprungs
sind“, erklärte Walter Haefeker, Präsident des Europäischen
Berufsimkerverbandes (EPBA) „und nun hat das EU Parlament GVO-Pollen als
natürlichen Bestandteil von Honig eingestuft.“ Der vom EU-Parlament heute
abgesegnete Vorschlag stammt ausgerechnet von der Generaldirektion der
Kommission, deren Aufgabe eigentlich der Verbraucherschutz sein sollte.
Nach den Vorstellungen der Kommission wird beispielsweise ein Rapshonig aus
Kanada nicht gekennzeichnet werden müssen, selbst wenn dieser
ausschließlich von Feldern mit reinem GVO-Raps stammt.

„Wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der
grünen Gentechnik an,“ so schrieben es die Koalitionäre kürzlich noch in
ihren neuen Vertrag. So verwundert es nicht, dass Peter Maske, Präsident
des Deutschen Imkerbundes (DIB), nun von der deutschen Bundesregierung,
bzw. vom neuen Landwirtschaftsminister Friedrich, fordert diese Entwicklung
im Europäischen Rat zu stoppen. „Vor der Wahl haben sich CSU und SPD klar
gegen einen Anbau von GVO in Deutschland positioniert. Wir erwarten
entsprechende Konsequenzen! Deutschland kann einen eigenen Kurs innerhalb
der EU fahren und Verbraucher, Landwirte und Imker schützen.“

Um das Vertrauen der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher unter
diesen Umständen nicht zu verlieren, empfehlen die deutschen Imkerverbände
ihren Mitgliedern ab sofort Honig mit dem Label „Ohne Gentechnik“ zu
versehen. Das vorbildliche deutsche Standortregister für den Anbau von
gentechnisch veränderten Pflanzen macht den deutschen Imkern eine Kontrolle
über ihren Honig möglich. Das offizielle Label ist bereits bei anderen von
der GVO-Kennzeichnung ausgenommenen Produkten wie Milch, Eiern und Fleisch
in Verwendung. So wollen sich deutsche Imker gegenüber unsicherer
Importware abgrenzen.

Die deutschen Imkerverbände wollen ihre Mitglieder und Kunden vor der
anstehenden Europawahl die Namen der deutschen EU-Parlamentarier nennen,
welche die gestrige Entscheidung herbeigeführt haben. „Unsere Rechte auf
Wahlfreiheit und Koexistenz werden sich nur dann gegen den Druck der
Gentechnikindustrie verteidigen lassen, wenn sich die Zusammensetzung des
Europäischen Parlaments deutlich verändert“, so Imkermeister Günter
Friedmann, Sprecher der Demeter Imker in Deutschland.

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